Marken, die Geschichten erzählen, gewinnen Herzen – nicht nur Marktanteile

Autor
Florian Scheibengraber
Veröffentlichung
24. November 2025
Lesezeit

Es gibt diese Momente, in denen du etwas siehst, das dich nicht mehr loslässt. Ein kurzes Video, ein Satz, ein Foto – und plötzlich bist du nicht nur Konsument, sondern Teil einer Geschichte. Genau das ist die Macht von Storytelling im Branding. Es geht nicht darum, was eine Marke macht, sondern warum sie existiert. Und vor allem, wie sie es erzählt.

Wir leben in einer Zeit, in der jede Marke Content produziert. Content für Reichweite, für Engagement, für Algorithmen. Doch während wir scrollen, suchen wir nach etwas anderem: Verbindung. Wir wollen verstehen, wofür jemand steht. Wie er denkt. Ob wir uns wiederfinden können – nicht in den Features, sondern in den Gefühlen.

Apple verkauft keine Geräte, sondern Kreativität. Nike verkauft keine Schuhe, sondern Entschlossenheit. Das sind keine Werbeclaims – das sind Narrative. Geschichten, die größer sind als das Produkt. Und genau da fängt es an spannend zu werden. Denn wenn Marken Geschichten erzählen, schaffen sie Raum für Menschen, sich selbst darin zu erkennen.

Und dabei geht es nicht immer um große Worte oder große Kampagnen. Manchmal ist es die Art, wie ein Gründer erzählt, was ihn antreibt. Oder ein Verpackungstext, der mit dir spricht wie ein Freund. Oder diese ehrliche, ungefilterte Szene auf Social Media, die plötzlich viral geht, weil sie echt war. Geschichten entstehen nicht im Meeting – sie passieren. Und Marken, die zuhören, erkennen sie.

Mit KI wird das einfacher und schwieriger zugleich. Die Tools schreiben Texte, erstellen Bildwelten, produzieren ganze Kampagnen in Minuten. Aber sie verstehen nicht, was eine Geschichte zu einer guten Geschichte macht. Was den Unterschied zwischen „schön geschrieben“ und „tief berührend“ ausmacht. Storytelling ist nicht Technik, es ist Timing. Es ist Emotion. Es ist das, was zwischen den Zeilen passiert. Und genau da kommen wir ins Spiel.

Die Frage ist nicht mehr, ob eine Marke Content hat, sondern ob sie Haltung hat. Ob sie etwas zu sagen hat, das die Welt ein kleines Stück besser, witziger, klarer oder ehrlicher macht. Ob sie die Menschen, die sie erreichen will, wirklich kennt – und nicht nur analysiert.

Wenn wir Marken als Geschichten begreifen, hören wir auf, über Zielgruppen zu sprechen, und beginnen, an Menschen zu denken. Menschen mit Sehnsüchten. Mit Brüchen. Mit Widersprüchen. Und dann verändert sich plötzlich alles. Das Produkt wird nicht unwichtig, aber es wird eingebettet in etwas Größeres. In eine Welt, die man betreten kann.

Am Ende des Tages kaufen wir nicht, was wir brauchen. Wir kaufen, was wir fühlen wollen. Wir kaufen Geschichten, die uns erinnern, wer wir sind oder wer wir gerne wären. Und Marken, die das verstehen, müssen nicht mehr auf Likes hoffen. Sie bekommen Loyalität. Und das ist mehr wert als jeder Klick.

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